Mein Name ist Heidrun Stohrer, und wir sind//ich gehöre zu einer fünfköpfigen Familie, bestehend aus Heidrun (Jahrgang 1966), Heinz (Jahrgang 1953), Katharina (Jahrgang 1992), Tobias (Jahrgang 1995) und Max (Jahrgang 1997). Ich selber habe Abitur und eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel. Im Moment bin ich vor allem zuhause und habe noch einen Minijob im kaufmännischen Bereich. Wir leben seit 15 Jahren in Zuffenhausen.
Der allererste Auslöser, war, dass unsere Kinder allmählich aus dem klassischen Vorlesealter herauswuchsen. Sie gehen in die Schule sollen u. wollen dann selber lesen, u. das bisher schöne Ritual des abendlichen Vorlesen vor dem Einschlafen bleibt dann auf der Strecke – und ich merkte mir fehlte da etwas.
In unserer Stadtteilbücherei in Zuffenhausen liest eine Vorlesepatin einmal im Monat mittwochs vor, u. da kam ich dann zum erstenmal mit dieser Idee in Berührung, außerhalb des Familienkreises vorzulesen. Mein erster Kontakt im Herbst 2004 war dann auch die Leiterin der Bücherei hier, Frau Drohsin. Sie machte mich auf die Leseohren aufmerksam u. dann war schnell ein Kontakt zu den Leseohren geknüpft. Dazu hatte Frau Drohsin noch eine offene Anfrage nach einer Vorlesepatin von einer KITA in Zuffenhausen. Das Einführungsseminar der Leseohren war dann erst nach meinen ersten Vorleseterminen, und so ging ich die ersten Male „ungeschult“ in die KITA zum Vorlesen. Für die Kinder war das am Anfang nicht so einfach, da kommt eine fremde Person und dann auch noch mit Büchern! Ich hatte schon ein bißchen zu kämpfen, aber mit etwas Ideen, z.B. den tollen Fingerspielen vom Bücherei-Team und den schönen Bilderbüchern kamen wir uns allmählich näher. In die KITA gehe ich bis heute jede Woche montags ca. 2 Stunden, in 4 verschiedene Gruppen: 3 Kindergartengruppen u. 1 Kleinkindergruppe.
Dazu gehe ich einmal im Monat in den KIGA in unserer Nachbarschaft.
Seit diesem Schuljahr 2006/07 habe ich noch ein weiteres „Projekt“ gestartet, eine Lese-AG in der Rosenschule (Grundschule) in Zuffenhausen. Darauf haben mich die eigenen Kinder gebracht. Denn inzwischen finden sie lesen selber so schön, daß mich unser Max gefragt hat, warum ich so etwas nicht auch für die Schule mache. Allerdings mit einem anderen Konzept, nämlich zu vermitteln, daß trotz Computer und Fernsehen es noch was anderes sehr spannendes gibt: Bücher selbst lesen! So gehe ich montags in der 6.Stunde in die 3. Klassen zum miteinander lesen, mitunter auch zusammen in die Bücherei. Wobei diese 6. Stunde nicht einfach ist, einerseits sind die Kinder müde, aber doch auch wieder zappelig. Außerdem kann ich die Bücherauswahl nicht alleine treffen, sondern das machen wir dann gemeinsam. Im Vergleich zum klassischen Vorlesen ist das doch was ganz anderes.
Für mich ist beim Vorlesen immer sehr wichtig, daß die Bücher den Kindern Spaß machen, und da werde ich immer gut von meiner Stadtteilbücherei in Zuffenhausen betreut. Ich bin froh, kompetente AnsprechpartnerInnen zu haben, die manche praktischen Probleme für mich lösen, z. B. Bücher aus ganz Stuttgart für mich zusammenzuleihen. Denn für meine LeseAG brauche ich für jedes Kind ein Buch, und da bin ich froh, daß ich als Ehrenamtliche nicht für die Bestellungen bezahlen muß.
Der Verein Leseohren veranstaltet immer wieder Stammtische bzw. einmal im Jahr ein größeres Treffen im Literaturhaus. Diese Treffen finde ich sehr schön u. wichtig, denn man hört u. sieht, was die anderen so mache - mal Buchtipps aus der Zentralbücherei zubekommen, einfach Anregungen, und was bei anderen Vorlesepaten gut ankommt.