Liebe Frau Kaiser,

Ich lese seit über 1 Jahr in der Kita in Feuerbach vor. Die Kinder sind zwischen 2 1/2 und 6 Jahren. Es sind zu 98 % Migranten-Kinder. Es sind alle Hautfarben und Religionen vertreten, sie kommen also aus aller Herren Länder.
Zum größten Teil müssen die Kinder die deutsche Sprache lernen. Mit den Erzieherinnen werden die Vorlesebücher abgestimmt. Gruppenweise kommen die Kinder (manchmal klappt es nicht so gut) zum Vorlesen. Gelesen werden kleine Geschichten Jahreszeiten bezogen, oder auch Themen bezogen, die in der Kita gerade im Programm sind. Geübt werden mit Bilder-Büchern Begriffe, Farben, Zahlen und das ABC bei älteren Kindern. Fingerspiele machen wir natürlich auch.
Fips, mein Freund (kleiner Gibbon-Affe von Steiff), hilft mir dabei.

Und jetzt kommt das Beste: Die Kinder haben viel Spaß am und beim Vorlesen. Sie freuen sich schon auf mich und ich mich natürlich auch auf sie. Es ist eine grandiose Bereicherung für beide Seiten.
Wir sind alle sehr glücklich und Lachen viel. Wir lieben uns! Und ich glaube, dass ich mit diesem (für mich kleinen) Beitrag mit eine Basis schaffe, dass sich die Kinder bei uns integrieren. Dass sie schneller die deutsche Sprache lernen. Dass sie gerne zu Büchern greifen und sich nicht nur von Fernseh-Sendungen berieseln lassen, oder stundenweise vor dem Computer hocken.

Liebe Frau Kaiser, Sie lesen jetzt - Vorlesepatin zu sein macht glücklich! (Das empfinde ernsthaft!)

In diesem Sinne...wünsche ich Ihnen auch viele glückliche Stunden
und grüße Sie ganz herzlich

Ihre Ruth Eberspächer